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Der Patron der Ministranten
Tarzisius! Das ist doch der kleine Ministrantenknabe, der tapfer wie ein Mann gestorben ist. Nun kommt grübelnder Menschenverstand und möchte wissen, wie es damals wirklich gewesen ist, als Tarzisius gestorben ist. Fragen wir die Geschichte, doch so kommen wir nicht weit. Bei ihr ist es so: je weiter vom Gegenwartsgeschehen wir uns entfernen, desto dürftiger wird ihre Kunde über das jeweilige Geschehen. Bei unserem Heiligen kennt sie gar nur das knappe Sätzlein: "Tarzisius lebte zur Zeit der Kirchen- und Christenverfolgung in Rom, wo er auch eines gewaltsamen Todes für seinen Glauben an Christus gestorben ist." Über die Begleitumstände seines Sterbens gibt Papst Damasus (gestorben 384) einige wertvolle Hinweise: "Tarzisius ist, als er die heilige Eucharistie zu Gläubigen trug, von heidnischem Pöbel überfallen und erschlagen worden." Mit diesen beiden Angaben lässt leicht sich rekonstruieren, wie es zum gewaltsamen Tode unseres Heiligen gekommen ist: Im Kerker warteten Christen auf den Tag ihrer Hinrichtung. Sie warteten aber auch auf die hl. Kommunion, um vorbereitet ihren schweren Gang in den Tod anzutreten. Wer aber sollte die heilige Eucharistie sicher in die Kerker bringen? Die Priester konnten es nicht; sie waren zu sehr bekannt. Da ist Tarzisius es gewesen, der sich für den gefahrvollen Dienst freiwillig gemeldet hat. Bei der Ausübung des heiligen Dienstes ist er dann ums Leben gekommen. Diese Tatsache blieb, wenn auch Einzelheiten allmählich verblassten, in der Erinnerung des Volkes haften. Eine Legende ist um seine Person herum entstanden. Nun aber ist Legende niemals bloße Erfindung. Von Tarzisius erzählt sie also:
Er war noch ein kleiner Junge, kaum älter als 12 Jahre,
als er schon reif war für die grösste
Heldentat. Früh hatte er seine Eltern verloren, wohnte bei
einem reichen Onkel, der noch Heide war. Anders Tarzisius: ihn
hatte Gott mitten aus seiner heidnischen Umgebung zur Wahrheit
gerufen, zum Glauben. Und der kleine Tarzisius nahm es ernst,
sehr ernst mit seinem Christsein. Während die anderen noch
schliefen, schlich er sich über Treppen und Gänge aus
dem Hause seines Onkels zum Gottesdienst. Die christliche
Gemeinde Roms hielt grosse Stücke auf den eifrigen Jungen,
bald vertraute man ihm das verantwortungsvolle Amt eines
Türhüters in der Kirche an, damit sich kein Unbefugter
zur Feier der heiligen Geheimnisse einschleiche. Gedenktag: 15. August Liturgische Farbe: rot Namenserklärung: ursprünglich aus dem Griechischen stammend, aber lateinisiert. Bedeutung: der Mutige Patronat: Schutzheiliger der Ministranten Reliquien: Die leiblichen Überreste des Heiligen befinden sich in Rom. Darstellung: meist in altrömischer Knabentracht, die Hände über der Brust gekreuzt. Manchmal auch gehend, mit Palme, Steinen und Hostie als Zeichen seines bestandenen Martyriums.
Entnommen von: Ministranten der Pfarrei St.
Luzia
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